Der nuklearen Bedrohung ein Ende setzen!

Der nuklearen Bedrohung ein Ende setzen!“, denn „Frieden ist nicht zu KRIEGen!“

Von Waltraud Andruet und Dr. Nikolaus Götz

Waltraud Andruet

Der Ostermarsch Saar 2013 war durchaus erfolgreich und sogar das für die frühlingshafte Jahreszeit noch instabile Wetter hatte mitgespielt. Der diesjährige Ostersamstag begann mit

Dr. Nikolaus Götz

Sonnenschein und friedensblauem Himmel, weswegen zum Protestmarsch gegen “Krieg und Militarismus“ auch über 400 Bürgerinnen und Bürger zur Johanneskirche im Zentrum von Saarbrücken kamen. Sie folgten dabei dem Aufruf des FriedensNetzes-Saar, das unter dem Motto antrat: „Frieden ist nicht zu KRIEGen. Zwei Forderungen verdeutlichten dabei den Aufruf: „Keine Auslandseinsätze der Bundeswehr“ und „Ramstein schließen!“, womit die amerikanische Kommandozentrale der US-Air-Base von Ramstein gemeint ist. Der Rundgang der Friedensdemonstranten durch die Saarbrücker Einkaufsmeile endete am St. Johanner Markt, wo die Jugendband blingpoint aufspielte. Schon der Hauptredner vom Internationalen Versöhnungsbund Clemens Ronnefeldt zeigte auf den Widerspruch der aktuellen Kriegspolitik der Bundesregierung und der Friedenspflicht des deutschen Grundgesetzes hin. Seine vortägige Anreise nach Saarbrücken hatte Ronnefeldt genutzt, um bei der Imandt-Gesellschaft den gut besuchten Vortrag „Zwei Jahre Arabellion“ Bilanz und Perspektiven zu halten.

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Auch Waltraud Andruet von Pax Christi betonte als bekennende Christin öffentlich „…für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung“ auf die Straße gehen zu müssen. Für sie bedeutet die Friedenspflicht deshalb auch konkret, dass „die Bundeswehr raus aus allen Bildungseinrichtungen muss und dass es auch keine Waffenlieferungen mehr ins Ausland geben soll.“ Die Frage der Reporter nach der aktuellen atomaren Bedrohung durch Nordkorea beantwortete Nikolaus Götz, Sprecher im FriedensNetz-Saar, mit dem Hinweis, dass das „Spiel mit dem atomaren Apokalypse“ einer Problemlösung nicht dienlich sei. Die betroffenen Konfliktparteien hätten eher am Runden Tisch, rational ihre Gegensätze aus dem Weg zu räumen.

 

 

 

 

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Ostermarsch Saar 2013

Ostermarschrede von Clemens Ronnefeldt in Saarbrücken am 30.3.2013


Clemens Ronnefeldt

Liebe Friedensfreundinnen und Friedensfreunde,

für die Einladung nach Saarbrücken danke ich Euch als Veranstalter des diesjährigen Ostermarsches Saar 2013 ganz herzlich.

“Frieden ist nicht zu KRIEGen” – Keine Auslandseinsätze der Bundeswehr – Ramstein schließen“, so lautet das Motto unseres diesjährigen Ostermarsches.

Seit einigen Jahren beobachte ich eine stetige und beängstigend anwachsende Militarisierung der Gesellschaft, die alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens umfasst.

23.000 neue Rekruten braucht die Bundeswehr jährlich – und mit einem gewaltigen Werbeaufwand, der in den letzten Jahren vervielfacht wurde, werben Jugendoffiziere bereits Minderjährige in Schulen an. Damit verstößt die Bundeswehr gegen die UN-Kinderrechtskonvention.

Die Entscheidung über die Einladung von Soldaten in den Unterricht liegt allein bei der Schule. Doch Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrende müssen eine solche Einladung nicht hinnehmen. In Schülervertretungen, Eltern- und Lehrerkonferenzen können sie sich dagegen wehren.

Eltern können für ihre Kinder Ersatzunterricht beantragen, wenn Bundeswehrsoldaten in die Klasse kommen. Außerdem gibt es vor allem auf lokaler Ebene immer mehr Initiativen gegen die Bundeswehr-Werbeoffensive. Auch terre des hommes und andere Organisationen wie die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft fordern den Stopp jeder Art von militärischer Werbung und Rekrutierung bei Minderjährigen.

Die Bundeswehr hat gemeinsam mit dem Jugendmedium “Bravo” bei Kindern und Jugendlichen um Nachwuchs geworben. Motto: »Action, Abenteuer und jede Menge Fun«. terre des hommes hat dagegen protestiert, dank der Hilfe vieler Unterstützer hatte die Aktion eine breite Resonanz in der Öffentlichkeit. Ergebnis: Nach einem Gespräch nahm “Bravo” den verharmlosenden Werbefilm aus dem Netz.

Mehr als 100 lokale Friedensgruppen und Organisationen beteiligten sich bundesweit in vielen Städten und Gemeinden an der Aktion “Schulfrei für die Bundeswehr”.

Hochschulen wehren sich gegen Kooperationsverträge für Rüstungsforschungen, die ihnen schmackhaft gemacht werden. Ich fordere alle Studierenden und Lehrkräfte auf, sich jeglicher Forschungsaufträge aus dem Verteidigungsministerium oder der Rüstungswirtschaft zu widersetzen!

Mehrere hundert Psychotherapeutinnen und Therapeuten schrieben an das Verteidigungsministerium, nachdem sie aufgefordert worden waren, traumatisierte Soldatinnen und Soldaten aus Afghanistan bevorzugt zu behandeln und Wartelisten ziviler Patienten zu überspringenaber nur, wenn die Behandelnden eine positive Grundeinstellung zu Auslandseinsätzen der Bundeswehr hätten.

In ihrem Antwortbrief machten diese Psychotherapeutinnen und Therapeuten sehr deutlich, dass sie jedem Menschen bereit sind zu helfen, der Hilfe benötigt – dies aber unabhängig von ihrer politischen Gesinnung – und dass sie Traumatisierte nicht wieder gesund machen, damit sie erneut dorthin geschickt werden können, wo die seelischen Wunden verursacht wurden.

Nicht nur am Hindukusch, sondern sogar in Mali wird die deutsche Freiheit verteidigt.

Als “Mut-Bürger in Uniform” seien die Bundeswehrsoldaten ein “Friedensmotor für das große Wir“, sagte der Bundespräsident.

Im Oktober 2012 verkündete Angela Merkel in Strausberg vor Soldaten der Bundeswehr, deutsche Rüstungsexporte seien ein Instrument der Friedenssicherung: “Deutschland ist aufgerufen, vertrauenswürdigen Partnern zu helfen, damit sie entsprechende Aufgaben übernehmen.”

Ob sie damit auch die repressiven Regime in Saudi-Arabien, Katar oder Indonesien gemeint hat, die demnächst Waffenexporte aus Deutschland erwarten?

Kurz vor der Revolution in Ägypten 2011 lieferte Deutschland noch Wasserwerfer an das Regime Mubarak, die dann gegen die friedlich Demonstrierenden auf dem Tahrirplatz eingesetzt wurden. Ist die Bundesregierung bereit, aus solchen Fehlentscheidungen im Hinblick auf Panzerlieferungen an Saudi-Arabien oder U-Boot-Lieferungen an Israel zu lernen?

Thomas de Maiziere hat die Bundeswehr zwar verkleinert, ihr Einsatzgebiet aber vergrößert und wünscht sich bewaffnete Drohnen zur Tötung von Gegnern deutscher Soldaten im Ausland. “Ethisch ist eine Waffe stets als neutral zu betrachten“, sagte der Minister – und zog diese Aussage erst zurück, als er nach dem Ethikgehalt von Streuwaffen und Landminen gefragt wurde.

Was Kanzlerin, Bundespräsident und Verteidigungsminister in den letzten Monaten an Aussagen geliefert haben, ist ein Paradigmenwechsel der deutschen Außenpolitik von großer Tragweite: Diese Militarisierung der Gesellschaft gilt es anzuprangern – und die Rückkehr zu einer Zivilgesellschaft Deutschland einzuleiten. Eine deutliche Mehrheit der Deutschen ist für die Beendigung des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan – leider aber auch eine deutliche Mehrheit der Volksvertreter, die das Volk schon länger nicht mehr vertreten, für immer neue Mandatsverlängerungen.

Im August 2012 verabschiedete das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe einen weitreichenden Beschluss zum Einsatz der Bundeswehr im Inland. Lediglich einer der Richter, Professor Reinhard Gaier, widersetzte sich, stimmte einer der drei vorgelegten Fragen nicht zu und gab ein Minderheiten-Votum zu Protokoll.

Liebe Freundinnen und Freunde,

mit Blick auf die verhängnisvolle deutsche Geschichte der letzten hundert Jahre wurden im Grundgesetz Polizei und Militär strikt getrennt – die Bundeswehr hatte, so die Väter des Grundgesetzes, nichts im Inneren zu suchen. Ich halte diesen Beschluss des Bundesverfassungsgerichtes für einen Katastrophenbeschluss, der so schnell wie möglich revidiert gehört, bevor er die Grundlagen unserer Demokratie erschüttert oder gar zerstört.

Zur aktuellen politischen Großwetterlage gehört auch die Verleihung des Friedensnobelpreises 2012 an die Europäische Union.

Angesichts mehrerer tausend toter Flüchtlinge an den Grenzen Europas, der Tatsache, dass die EU-Länder zu den größten Rüstungsexporteuren der Welt zählen – und vor dem Hintergrund der jüngsten Unterstützung zahlreicher europäischer Staaten bei der Militärintervention Frankreichs in Nordafrika, erscheint mir die Verleihung des Friedensnobelpreises an die EU als skandalöse Fehlentscheidung. Die EU mag – abgesehen von den Jugoslawienkriegen – nach innen bewaffnete zwischenstaatliche Auseinandersetzungen vermieden haben. Durch ihre Finanz- und Wirtschaftspolitik aber hat sie die Konflikte nach außen getragen – und auf anderen Kontinenten sind dieser EU-Politik in den letzten Jahren unzählige Menschen zum Opfer gefallen.

Liebe Freundinnen und Freunde,

vielleicht fragt ihr euch auch manchmal: Wo kann ich den ganz persönlich anfangen, bei mir im ganz persönlichen Bereich, um zu mehr Frieden und Gerechtigkeit beizutragen. Ich hätte da einige Ideen:

Wenn die Frankfurter Allgemeine Zeitung einen langen Artikel mit der Überschrift versieht: “Der Krieg der Bankengegen das Volk“, stellt sich für uns dann nicht die Frage: Wann steigen wir mit unseren Geldeinlagen aus, die Ungerechtigkeiten und Kriege bei Großbanken befördern – und bringen unser Erspartes zu Instituten, die dem Leben dienen – wie GLS-Bank, Ethikbank, Triodos oder Umweltbank?

Wäre dies nicht eine logische Konsequenz, wenn wir wirklich zu mehr Frieden und Gerechtigkeit beitragen wollen? Und wäre dies nicht auch die konsequente Entsprechung des Verzichts auf Atomstrom und unseren Stromanbieter-Wechsel zu Greenpeace, den Schönauer Stadtwerken, Naturstrom oder Lichtblick?

Dass wir, die Zivilgesellschaft, mit unserem Verhalten Frieden und Gerechtigkeit befördern können, zeigen aktuell auch Menschen auf internationaler Ebene im Konflikt zwischen Israel und Iran.

Was im März 2012 als zunächst belächelte private Botschaft aus Israel begann mit dem Satz eines Grafikdesigners: “Iraner, wir werden euer Land niemals bombardieren- bekam eine ungeheure Dynamik. Noch am gleichen Tag folgten mehr als 40.000 Israelis dem Aufruf und schlossen sich an. Aus Iran trafen ähnlich lautende Friedens-Botschaften in Israel in ungeahnter Zahl ein.

Inzwischen hat diese Initiative mehr als 56 Millionen Internet-Aufrufe, das israelische Fernsehen und selbst die deutsche Tagesschau berichteten darüber, in Israel gibt es aktuell keine Umfrage-Mehrheit für einen israelischen Krieg gegen Iran, hochrangige Militärs erklärten öffentlich, sich nicht an einem Irankrieg zu beteiligen.

Lawinen fangen klein an – und auch wir können heute bei uns und in unserem Umfeld damit beginnen, eine Lawine für mehr Gerechtigkeit und Frieden in Gang zu setzen!

Liebe Friedensfreundinnen und Friedensfreunde,

in diesem März gedenken wir des Beginns der Irak-Invasion vor zehn Jahren, bei der US-Einrichtungen wie die Airbase in Ramstein eine zentrale Rolle spielten.

Ich frage mich: Warum sind eigentlich Georg W. Bush und Tony Blair immer noch auf freiem Fuß und wieso stehen beide nicht vor einem Kriegsverbrecher-Tribunal in Den Haag?

War es 2003 vor allem das irakische Erdöl, geht es in Mali und Niger – neben der Bekämpfung terroristischer Gruppen heute – vor allem um Uran, Gold, sowie mögliche Pipelineführungen in Konkurrenz zu Russland und China.

Die ehemalige Kolonialmacht Frankreich scheint weder aus ihren eigenen Fehlern wie dem Algerienkrieg noch aus den Fehlern der US-Regierung in Irak oder Afghanistan lernen zu wollen. Der nächste asymetrische Krieg in der Sahelzone hat gerade begonnen. Statt die Ursachen der Gewalt wir Hunger, Armut und Perspektivlosigkeit vieler Menschen durch zivile Hilfsprogramme anzugehen, ist auch diesmal die Bundesregierung wieder dabei, sich ein ein militärisches Desaster zu stürzen.

Deswegen stellen wir die Forderungen:

 

  • Rückzug der Bundeswehr aus Afghanistan und Mali.
  • Völliger Verzicht auf Kampfdrohnen, deren Einsatz völkerrechtswidrig ist.
  • Keine weitere Militarisierung der Gesellschaft durch Werbemaßnahmen an Schulen und Rüstungsforschung an Hochschulen.
  • Kündigung der Kooperationsvereinbarung zwischen Bundeswehr und einzelnen Bundesländern.
  • Schließung des Rekrutierungszentrums der Bundeswehr am Hauptbahnhof Saarbrücken und des Karrierebüros in Saarlouis.

 

Wir fordern weiterhin:

 

  • die Entmilitarisierung der Großregion Saarland/Pflalz und insbesondere die Auflösung der Saarlandbrigade, die durch Skandale wie das Fußballspielen mit Totenköpfen in Afghanistan oder Demütigungen und Schikanen von Rekruten in der Kaserne immer wieder negative Schlagzeilen produziert hat.
  • die Schließung der Airbase in Ramstein, die seit Jahrzehnten als logistische Nachschubbasis von Deutschland aus Kriege in fernen Regionen möglich macht.
  • Den Verzicht auf die Errichtung eines Raketenabwehrschirms, der bei eigener vermeintlicher Unverwundbarkeit die Schwelle zur eigenen Kriegführung erhöht.

Durch den Verzicht auf diese Aufrüstungsmaßnahmen sowie die konsequente Zusammenstreichung des Verteidigungs-und Rüstungshaushaltes könnten Gelder freiwerden, um eine groß angelegte Konversion dieser Region weg vom Militär hin zu zivilen Arbeitsplätzen einzuleiten.

Der Sozialstaat darf nicht weiter zerstört werden! Es braucht eine Umverteilung von oben nach unten, wenn der immer brüchiger werdende innere Frieden unserer Gesellschaft gerettet werden soll!

Wenn wir auf die Krisenregion Naher und Mittlerer Osten schauen, brauen sich die Eskalationswolken immer stärker zusammen.

Weder in Syrien noch in Saudi-Arabien führen Waffenlieferungen zu einer Lösung

der Konflikte und der Gewalt vor Ort. Die Sanktionen gegen Iran haben die Repression im Land noch verstärkt, bewirkt haben sie – außer der Verelendung der Bevölkerung – im Atomstreit seit mehr als zehn Jahren nicht den geringsten Ansatz für eine Konfliktlösung.

In Syrien braucht es nicht mehr, sondern weniger Waffen, soll das Blutvergießen beendet werden. Da offenbar in Syrien ein brutaler Machtkampf um die Vorherrschaft in der gesamten Region ausgetragen wird, der sich lange hinziehen könnte, wäre zunächst eine Verständigung über einen Waffenstillstand der erste Schritt.

Als zweiter Schritt könnte ein Dialog ohne Vorbedingungen zwischen Opposition und Regime beginnen, zu dem das Regime von Assad Bereitschaftssignale gesendet hat.

Flüchtlinge benötigen Unterstützung und Aufnahme. Es ist ein Skandal, dass sich die Bundesregierung erst jetzt dazu entschlossen hat, syrische Flüchtlinge auch bei uns in geringer Zahl aufzunehmen.

Schon lange fordern Friedensforschung und Friedensbewegung eine Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit im Nahen und Mittleren Osten, zu der alle in der Krisenregion beteiligten Staaten eingeladen werden.

Themen könnten sein: Menschenrechte, Wasser, erneuerbare Energien, Friedenserziehung -

und vor allem die Einrichtung einer Zone, die frei ist von atomaren, biologischen und chemischen Waffen.

Ein erster Schritt in diese Richtung könnte sein, dass auch die israelische Regierung ihr atomares Potential genauso wie Iran von Inspektoren der internationalen Atomenergiebehörde in Wien kontrollieren lässt – und damit die Kontrolle den Vereinten Nationen unterstellt.

Als weiteren Schritt hat Mohamed ElBaradei, der frühere Direktor der internationalen Atomenergiebehörde in Wien, vorgeschlagen, alle weltweiten Uran-Anreicherungsanlagen unter die Kontrolle der Wiener UN-Behörde zu stellen. Der stärkste Widerstand gegen diesen Vorschlag kam von der US-Regierung.

Vor zwei Jahren moderierte ich zusammen mit dem Journalisten Andreas Zumach in der evangelischen Akademie Bad Boll eine Vorbereitungskonferenz für eine Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit im Nahen und Mittleren Osten auf der Ebene von Nichtregierungsorganisationen. 27 Teilnehmende aus neun Staaten waren gekommen: Aus Israel, Palästina, Jordanien, Syrien, Iran, Irak, Türkei, Kuweit – und aus Deutschland Professor Mohssen Massarrat und Christoph Krämer von IPPNW, die die Haupt-Initiatoren des ganzen Unternehmens waren.

Es waren für mich ermutigende vier Tage, an denen wir unter anderem länderübergreifende Querschnittsgruppen gebildet haben zu verschiedenen Themen – und Tage, die zeigten: Kooperation in dieser Krisenregion ist möglich!

Wir brauchen einen langen Atem, um die Vision einer Welt ohne Kriege voranzutreiben.

Eine andere Welt ist möglich!

Ich danke Euch für euer Kommen und euer Engagement!

Kontakt:

Clemens Ronnefeldt

Referent für Friedensfragen beim deutschen

Zweig des internationalen Versöhnungsbundes

A.-v.-Humboldt-Weg 8a

85354 Freising

 

T: 08161-547015

F: 08161-547016

C.Ronnefeldt@t-online.de

www.versoehnungsbund.de

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Redebeitrag von Waltraud Andruet zum Ostermarsch Saar 2013

Redebeitrag von Waltraud Andruet zum Ostermarsch Saar 2013

Waltraud Andruet

 

Liebe Friedensfreundinnen und Friedensfreunde,

ich spreche zu Euch als Glaubende, als Christin und als Mitglied der Friedensorganisation Pax Christi. Für mich ist es wichtig, an diesem Ostersamstag zusammen mit Euch für

 

Für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung“ auf die Straße zu gehen.

 

Unter diesem Motto bin ich erstmalig 2005 zusammen mit anderen zu einem Sozialforum in Deutschland zusammengekommen. Damals habe ich dieses Transparent mitgenommen, das ihr hier seht. Auf ihm haben wir die folgende Parole aufgemalt:

„Ihr, die ihr die Schwachen unterdrückt und die Armen zermalmt.“

 

Das ist ein Vers aus dem berühmten Buch Amos im Alten Testament. Amos ist in der christlich-jüdischen Tradition der große Prophet der Gerechtigkeit, der damals aus seinem Glaubensverständnis heraus die Räubereien und Machenschaften der Herrschenden seiner Zeit anprangerte. Und das war für ihn lebensgefährlich.

 

Man könnte natürlich sagen, dass sich die Welt, Europa und unser Land seit dem frühantiken Amos grundlegend verändert haben. Und dass es dabei auch historische Fortschritte gegeben hat, das will ich gar nicht bestreiten. Aber richtig ist auch, dass der von Amos beklagte Mangel an Gerechtigkeit in unserer Zeit so grundsätzliche und globale Dimensionen angenommen hat, dass heute die gesamte Menschheit vor einem Abgrund steht. Unsere Selbstauslöschung als Zivilisation ist eine reale, nüchterne Möglichkeit geworden! Zwischen unserer Lebenswirklichkeit und einer möglichen Gesellschaft, in der jede und jeder selbstbestimmt in Würde, in solidarischem Miteinander und in einer intakten Natur leben könnte, tut sich eine gewaltige Kluft auf. Vor allem ist die Lage der global Ärmsten unter dem ständigen Druck von Finanz- und Wirtschaftskrisen, verquickt mit Nahrungs-, Umwelt- und Energiekrisen extrem bedrückend und besonders hoffnungslos.

 

Die Ziele und die qualitativen Rahmenbedingungen gesellschaftlicher Entwicklung müssten endlich so verändert werden, dass wirksam gegen Armut, Ausgrenzung, Prekarisierung und gesellschaftliche Spaltung vorgegangen werden kann:

 

  • Für wirksame und sofortige Hilfen für die Ärmsten und Schritte hin zur sozialen Gleichheit;

 

  • Gegen die Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen – für den Erhalt und die Gesundung der Ökosysteme!

 

  • Gegen jegliche Diskriminierung von Menschen!

 

  • Gegen die schleichende Entdemokratisierung, illegale Überwachung und Repression, gegen die Privatisierung öffentlicher Güter und Leistungen!

 

  • Schluss mit der Duldsamkeit bei Frauenunterdrückung, Null Toleranz gegenüber Sexisten und natürlich auch, liebe Freundinnen und Freunde, gegenüber Sexistinnen!

 

  • Gegen Rassismus, Neofaschismus, politischen und religiösen Extremismus – die Grund- und Menschenrechte gelten für alle!

 

  • Gegen Krieg, Militarisierung und deren Ursachen – für eine Politik, die Konflikte friedlich löst und vermeidet! Das heißt für mich: Bundeswehr Raus aus allen Bildungseinrichtungen
  • Bundeswehr Raus aus allen Auslandseinsätzen und keine Waffenlieferungen ins Ausland!!

 

Ein als alternativlos gepredigtes Wirtschafts- und Finanzsystem, das, koste es, was es wolle, Kapital vermehren und einem inneren Wachstumszwang gehorchen muss und von dem nur diejenigen materiell profitieren, die ohnehin schon alles haben, ist mitsamt seinen Erfüllungsgehilfen verantwortlich für diese Katas trophische Schieflage unserer Welt – mit all ihren auch gewaltsamen Auswüchsen! Dazu müssen wir nein sagen!

 

Die Forderung des Aufrufes für eine prophetische Kirche von 2009 des Missionsrates der Katholischen Kirche lautete:

„ Einfach leben, gemeinsam handeln, damit Alle überleben“

 

Das war mehr als nur eine fromme Losung für den Tag. Sie schloss vor allem folgende praktischen Punkte ein:

 

  • Eine bewusste oder unbewusste Stabilisierung des bestehenden Systems, dass für Mensch und Natur so zerstörerisch ist, widerspricht dem christlichen Glauben an einen Gott des Lebens. Auch die christlichen Kirchen können nur dann Glaubwürdigkeit erreiche, wenn sie nicht nur in Predigten, sondern auch in Taten und im pastoralen Dienst deutlich machen, dass das „Weiter so“ nicht hinnehmbar ist. Dazu bedarf es einer fundamentalen Umkehr, die durch zeichenhafte Taten untermauert wird.

 

  • Wir brauchen eine breit angelegte Kampagne, die den planetaren Ruf nach einer erneuerten Zivilisation mit nachhaltiger Wirtschaftsweise und mit Lebensstilen der praktizierten Einfachheit ins Zentrum stellt, politische Handlungsspielräume erschließt und dabei Zukunftsbündnisse für konkrete Veränderungen schmiedet.

 

  • Angesprochen sind alle Menschen, die guten Willens sind. Sie alle sind unter Einschluss ihrer religiösen Traditionen, ihrer unterschiedlichen Herkünfte und Lebensumstände, ihrer Kulturen und politischen Überzeugungen dazu eingeladen, an diesen Veränderungen mitzuwirken. Denn es geht um unser aller Leben und Überleben.

 

  • Prophetisch zu handeln bedeutet, die herrschenden Regeln eins Systems des ökologischen Raubbaus und der materiellen Bereicherung, des ständigen Wachstums zurückzudrängen, mit dem Ziel, sie außer Kraft zu setzen. Wir sind aufgefordert, uns an das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit zu halten.

 

  • Gottes Gerechtigkeit verpflichtet uns, hier und jetzt zu handeln und die Grenzen der Alternativlosigkeit, die ich immer wieder zu hören bekomme und die uns zur Handlungsunfähigkeit verurteilt, zu sprengen – wenn es sein muss, auch durch zivilen Ungehorsam und auch unter Inkaufnahme persönlicher Nachteile.

 

Mit diesen Gedanken wünsche ich Euch allen im Namen dessen, dessen Auferstehung morgen von gläubigen Christen in aller Welt gefeiert wird, des Jesus Christus aus Nazareth, ein Frohes und Friedliches Ostern! Es seien Ostertage einer widerständigen Hoffnung für alle, die aufbrechen wollen für eine Gerechtigkeit, für die auch ein Amos einstehen würde, könnte er heute unter uns sein.

 

 

Waltraud Andruet, pax christi Saar Saarwellingen, 28. März 2013

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Aufruf zum Ostermarsch Saar 2013

Ostersamstag, 30. März 2013


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Weihnachtsresolution:

Liebe Friedensfreundinnen und -freunde,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

Die traditionelle "Weihnachtsanzeige" wird wieder am Heiligen Abend erscheinen, und zwar 
gleich in drei Zeitungen: Frankfurter Rundschau, junge Welt und neues 
deutschland.

*Krieg ist keine Lösung*
nicht für Afghanistan, Irak, Libyen, nicht für Syrien und Palästina. Wir 
verweigern uns dem Zwangsdenken von Kriegspropaganda, Kriegsdrohungen 
und Kriegen. Wir setzen auf Verhandlungen und Interessenausgleich.
Für uns gelten das Völkerrecht und die Menschenrechte. Nicht aber 
gewaltsamer Regimewechsel und das "Recht" des Stärkeren. 
Konfliktursachen müssen rechtzeitig erkannt und politisch beseitigt werden.
Die Bundeswehr hat im Ausland nichts zu suchen. Neue Waffen 
beschleunigen den Sozialabbau. Rüstungsexporte bringen den Tod aus 
Deutschland. Bundeswehreinsätze im Inneren beschädigen die Demokratie.
Wir engagieren uns für Frieden, Abrüstung, Solidarität, Gerechtigkeit 
und das Recht auf demokratische Teilhabe.
Wir wissen: Eine Welt ohne Krieg ist möglich. Diese Welt muss 
solidarisch erkämpft werden.

Für das FriedensNetz-Saar
Waltraud Andruet, Dr. Nikolaus Götz und Thomas Hagenhofer (Sprecher)
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Friedensratschlag

Neues von der bundesdeutschen Friedensbewegung:
Auf seiner letzten Sitzung in diesem Jahr hat der Bundesausschuss 
Friedensratschlag das Friedenspolitische Schwerpunktprogramm 2013 
verabschiedet. Die Schwerpunkte dienen nicht nur der 
Selbstverständigung, sondern sollen auch Anregung für die 
Friedensbewegung insgesamt sein.
Die *Friedenspolitischen Schwerpunkte 2013* sind hier herunterzuladen 
(und können zur weiteren Diskussion gern vervielfältigt und verbreitet 
werden):
http://www.ag-friedensforschung.de/bewegung/schwerpunkte2013.pdf

*****
Gleich zwei Bücher hat die AG Friedensforschung im November 2012 
vorgelegt, die wir an dieser Stelle noch einmal empfehlen möchten.
*Buch Nr. 1:*
Ralph-M. Luedtke, Peter Strutynski (Hrsg.): Umbruch - Vom arabischen 
Frühling in den globalen Winter? Kassel 2012 (Kasseler Schriften zur 
Friedenspolitik, Bd. 19), 160 Seiten, EUR 10,- (ISBN 978-3-934377-48-6)
Mit Beiträgen von:** Helma Chrenko * Erhard Crome * Kai Ehlers * Lühr 
Henken * Inge Höger * Kirsten Jansen * Malalai Joya* Alexander S. Neu * 
Norman Paech * Werner Ruf David Salomon * Peter Strutynski * Achim Wahl
*Bestellung bei*
AG Friedensforschung, Tel. 0561/93717974;
e-mail: mailto:strutype@uni-kassel.de
oder mailto:peter.strutynski@gmx.de
*Buch Nr. 2:*
Maybritt Brehm, Christian Koch, Werner Ruf, Peter Strutynski: Armee im 
Einsatz. 20 Jahre Auslandseinsätze der Bundeswehr. vsa-Verlag, Hamburg 
2012, 256 Seiten, EUR 16,80; ISBN 978-3-89965-546-9 (Eine 
Veröffentlichung der Rosa-Luxemburg-Stiftung)
*Bestellungen* beim Buchhandel oder direkt beim Verlag: 
http://www.vsa-verlag.de
*Zum Buch ist eine Veranstaltungstournee ab dem Frühjahr 2013 vorgesehen.*
Diesbezügliche Wünsche/Vorschläge von Friedensgruppen, Organisationen, 
Rosa-Luxemburg-Clubs etc. nehmen die AG Friedensforschung und/oder der 
Bundesausschuss Friedensratschlag gern entgegen.
mailto:Bundesausschuss.Friedensratschlag@gmx.net 
<mailto:peter.strutynski@gmx.de>

Mit besten Grüßen
Peter Strutynski

-- 
Bundesausschuss Friedensratschlag
Germaniastrasse 14
34119 Kassel
Tel.: +49 (0)561 93717974
Website:http://www.ag-friedensforschung.de

 

 

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100 Jahre Erster Weltkrieg

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

liebe Freundinnen und Freunde,

im Sommer 2014 jährt sich zum 100. Mal der Beginn des ersten 
Weltkrieges. Er hat die politische, soziale, geostrategische und 
ökonomische Landschaft der Welt grundlegend verändert und spätere Kriege 
vorbereitet. Er entwickelte ungeahnte Grausamkeiten, brutale Vernichtung 
und Ausbeutung von Mensch und Umwelt und führte zu einer nie gekannten 
Technisierung des Krieges bis zum ersten Einsatz von 
Massenvernichtungsmitteln und einer die ganze Bevölkerung und alle 
ökonomischen Ressourcen einbeziehenden Kriegsführung.

Die Friedensbewegung wird sich anlässlich des 100. Jahrestages des 
ersten Weltkrieges mit vielfältigen Aktionen zu Wort melden. Wir, das 
Netzwerk 2014, dem u.a. die IPPNW (International Physicians for the 
Prevention of Nuclear War), IALANA (International Association Of Lawyers 
Against Nuclear Arms), die katholische Friedensbewegung Pax Christi, und 
die Gewerkschaften ver.di und GEW angehören, bemühen uns, einen 
Überblick über die vorbereiteten Projekte und Veranstaltungen zu 
verschaffen, und würden uns freuen, wenn Sie die folgenden Fragen unter 
dem Betreff. "Projekt 2014" an info@ialana.de <mailto:info@ialana.de> 
schicken würden:

· Planen Sie im Rahmen ihres Netzwerks/ ihrer Organisation den 100. 
Jahrestag seit dem Beginn des ersten Weltkrieges zu begehen? Wenn ja, 
was für Veranstaltungen und Aktionen organisieren Sie?

· Haben Sie Kontakt zu anderen Netzwerken, die sich mit diesem Thema 
beschäftigen?

· Haben Sie Interesse an Zusammenarbeit mit dem Netzwerk 2014 
hinsichtlich der Organisation von Veranstaltungen zu "100 Jahre Erster 
Weltkrieg"?

Vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen,

Reiner Braun
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Friedensratschlag

 

Liebe Friedensfreundinnen und -freunde, liebe Kolleginnen und Kollegen,

heute mit folgenden Punkten:

1 Afghanistan;2 Syrien; 3 “junge Welt”; 4 Friedenspolitischer Ratschlag; 5 WikiLeaks

*(1) Afghanistan*

Heute jährt sich zum 11. Mal der Beginn des Afghanistankrieges. Eröffnet hatten ihn britische und US-amerikanische Bombenflugzeuge; die Bundesregierung schloss sich diesem “Krieg gegen den Terror” mit einer denkwürdigen Entscheidung im Deutschen Bundestag am 16. November (in Verbindung mit der Vertrauensfrage) an. Im Dezember 2001, als der krieg schon entschieden schien, begann dann mit dem ISAF-Einsatz die Besetzung des Landes und ein mörderischer Krieg, dessen Ende nicht abzusehen ist. Der Bundesausschuss Friedensratschlag hat eine Erklärung zum 11. Jahrestag herausgegeben (“Truppen raus – sofort und bedingungslos”), die hier heruntergeladen und vervielfältigt werden kann: http://www.ag-friedensforschung.de/regionen/Afghanistan/11jahre-afgh.pdf

Die “Kooperation für den Frieden” veranstaltet am kommenden Wochenende eine *Internationale Afghanistan-Konferenz in Bonn*, auf die wir gern aufmerksam machen. Informationen erhalten Sie hier: *13. 14. Oktober 2012, LVR-LandesMuseum Bonn* Sprachen: Deutsch, Englisch, Dari, Paschtu Alle Infos: www.afghanistanprotest.de

Anmeldung/Fragen: per Email an info@afghanistanprotest.de oder per Tel. unter 0228/ 692904

*(2) Syrien*

Die Gefahr einer ausländischen Intervention in Syrien und somit eines kriegerischen Flächenbrands in der Region hat sich mit den jüngsten Vorfällen an der syrisch-türkischen Grenze weiter erhöht. Dass sich die Regierung in Ankara zum Verteidiger der Menschen und der Menschenrechte in Syrien aufschwingt, ist besonders absurd angesichts der Unterdrückungspolitik gegenüber den Kurden im eigenen Land. Und die Bekundung der Bundesregierung und der NATO, fest an der Seite der Türkei zu stehen, ist brandgefährlich: Wie leicht lassen sich solche und ähnliche Vorfälle in syrische Aggressionsakte umlügen, die dann mit dem “Verteidigungsfall” der NATO nach Art. 5 des NATO-Vertrags beantwortet werden könnten. Die Haltung des Bundesausschusses Friedensratschlag hierzu haben wir in einer Erklärung deutlich gemacht: http://www.ag-friedensforschung.de/regionen/Syrien/tuerkei-baf.html

Der Friedensratschlag verteidigt auch weiterhin seine Position der strikten Nichteinmischung in den internen syrischen Konflikt, wohl wissend, dass die Kämpfe in Syrien längst auch zu einer Art Stellvertreterkrieg geworden sind mit den Hauptakteuren Saudi-Arabien und Katar sowie diversen Terrororganisationen. Selbst der UN-Sicherheitsrat kam vor zwei Tagen nicht umhin, die jüngste Anschlagserie in Aleppo mit etwa 50 toten Zivilpersonen als “terroristischen Akt” von Al Kaida einzustufen und aufs schärfste zu verurteilen:  “The members of the United Nations Security Council today condemned “in the strongest terms” the terrorist attacks which took place on Wednesday in the Syrian city of Aleppo, causing dozens of deaths and leaving more than a hundred civilians injured.”

*(3) junge Welt*

In der Syrien-Frage hat die Friedensbewegung einen schweren Stand – vor allem gegenüber der Betonwand der Mainstream-Medien, die fast täglich für eine Intervention der “Weltgemeinschaft” trommeln. Die wenigen Ausnahmen auf dem Tageszeitungsmarkt hier zu Lande sind an zwei Fingern abzuzählen: Es handelt sich um das *”neue deutschland” *und um die*”junge Welt”*. Letztere steckt offenbar in größeren wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Es ist schwer vorstellbar, auf die in der jW transportierten alternativen Informationen gerade über Syrien (aber auch den Iran und andere Objekte westlicher Begierden) verzichten zu müssen. Daher an dieser Stelle die ausdrückliche Bitte, diese kleine, aber wichtige Zeitung zu unterstützen (durch Abos, Schalten von Anzeigen o.ä.). Der Hilferuf der jW ist hier zu lesen: http://www.jungewelt.de/2012/10-06/010.php

*(4) Friedenspolitischer Ratschlag 1./2. Dezember*

Zu guter Letzt noch der Hinweis in eigener Sache: Der nächste (der 19.) Friedenspolitische Ratschlag findet wie geplant am ersten Wochenende im Dezember statt. Wir immer mit einem umfassenden und spannenden Programm, das noch in Arbeit ist, demnächst aber veröffentlicht wird: 30 Diskussionsforen und Workshops, 6 Plenarvorträge sowie eine abschließende Podiumsdiskussion! Also: Getrost schon Übernachtungen buchen und sich auf den nächsten Ratschlag freuen: *Die Rückkehr des Krieges in die Politik* Vom arabischen Frühling in den globalen Winter? Die Abschottung des reichen Nordens gegen den armen Süden Wirtschaft, Politik, Militär und Medien: die unheilige Allianz *Eine Welt ohne Krieg ist möglich

*19. Friedenspolitischer Ratschlag Samstag/Sonntag, 1. 2. Dezember 2012 Universität Kassel, Wilhelmshöher Allee 73 Anmeldungen mit Name, Vorname, Anschrift hier: mailto:Bundesausschuss.Friedensratschlag.gmx.net

*(5) Solidarität mit WikiLeaks**

* Der Aufruf zum Freien Geleit für Julian Assange ist von mehreren Hundert Friedensfreundinnen und -freunden unterzeichnet worden (vielen Dank dafür!) und wird nun dem britischen Innenministerium übermittelt. Zu danken ist natürlich auch der ecuadorianischen Botschaft in London, die dem WikiLeaks-Gründer diplomatisches Asyl gewährt. Hier geht es zu einer wichtigen Botschaft, die Julian Assange an die UN-Generalversammlung übermittelt hat (sie wurde in dieser Ausführlichkeit wieder vom “neuen deutschland” und der “jungen Welt” veröffentlicht): http://www.ag-friedensforschung.de/regionen/Ecuador/assange-neu.html

Mit besten Grüßen

Peter Strutynski

– Bundesausschuss Friedensratschlag Germaniastrasse 14 34119 Kassel Tel.: +49 (0)561 93717974 Website: http://www.ag-friedensforschung.de
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Gespräch über Bundeswehr an Schulen und Friedenserziehung

 

“Das Gespräch der GEW, der Evangelischen Kirche, der Landeselterninitiative für Bildung, pax christi und dem FriedensNetz Saar mit Bildungsminister Ulrich Commerҫon (SPD) hat den Sonderstatus der Bundeswehr an Schulen im Saarland leider nicht beendet”, so kommentierte Dr. Nikolaus Götz, einer der Sprecher des regionalen Friedensbündnisses FriedensNetz, die rund einstündige Unterredung. Als „Im Westen nichts Neues“, bezeichnete er die Position des sozialdemokratischen Ministers, der ausdrücklich betonte, Wehrdienstverweigerer gewesen und Sympathisant der Friedensbewegung zu sein. Doch auch er beharrte jetzt wie sein grüner Vorgänger Klaus Kessler auf dem unter der heutigen Ministerpräsidentin des Saarlandes ohne Not abgeschlossenen Kooperationsvertrag ’Schule – Bundeswehr’. “Auch wenn dieser Vertrag mit den bereits im Gespräch mit Kessler durchgesetzten Änderungen nun eher symbolischen Charakter trägt, bleibt er ein Politikum, ein Zeichen für die weitere Militarisierung der Gesellschaft”, so Götz weiter.
Dass inzwischen viele mit dem jetzigen Vertrag leben können, zeigt, dass ein schleichender Gewöhnungsprozess in dieser Sache stattgefunden hat. Deshalb werden „wir weiter gegen diesen Vertrag kämpfen!“, meinte auch Waltraud Andruet von pax christi Saar, die als Christin Pazifismus vorleben will.
Andruet, die auch als Elternvertreter Inn, den Besuch der Bundeswehr an Schulen kritisch sieht, fordert, dass Schüler/innen zu mündigen Bürger/innen erzogen werden, die nicht auf die abenteuerversprechenden Werbekampagnen der Bundeswehr in Jugendzeitschriften wie Bravo und Spiesser hereinfallen.
Positiv werten die Vertreter des FriedenNetzes, dass nun endlich der Forderung nach eine Kontaktstelle für Friedenserziehung im Landesinstitut für Pädagogik und Medien (LPM) nachgekommen werde. Auch wenn damit das „institutionelle Ungleichgewicht zwischen den zahlreichen, bezahlten Jugendoffizieren und den wenigen, ehrenamtlichen Friedensengagierten keinesfalls ausgeglichen wird, ist dies ein wichtiger Schritt nach vorn, der nun mit Leben gefüllt werden muss”, argumentierte Thomas Hagenhofer vom FriedensNetz-Saar und rief ebenfalls auf, weiter die bundesweiten Aktionen der Friedensbewegung im Herbst 2012 zu unterstützen.
Für das Friedensnetz-Saar: Thomas Hagenhofer, Dr. Nikolaus Götz, Waltraud Andruet
Saarbrücken, 02.10.2012

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Friedensratschlag

zwischen dem letzten Rundmail des Bundesausschusses Friedensratschlag und heute liegt eine Reihe wichtiger und gelungener Aktivitäten der Friedensbewegung im ganzen Land. Zu nennen sind da vor allem die vielfältigen Gedenkveranstaltungen zum Hiroshima-Nagasaki-Tag im August, die zahlreichen lokalen und regionalen Veranstaltungen und Aktionen zum diesjährigen Antikriegstag sowie diverse Events und Demonstrationen gegen Rüstungsexporte, unter denen zwei besonders hervorzuheben sind: die Demo mit gut 400 Teilnehmer/innen gegen den Leopard-2-Produzenten Krauss-Maffei Wegmann in Kassel am 31. August und die Aktion von “Lebenslaute” vor dem Werkstor von Heckler & Koch in Oberndorf (Schwarzwald) am frühen Morgen des 3. September. Eine vierseitige Erklärung des Friedensratschlags zum Antikriegstag hat reißenden Absatz gefunden. Die Teile darin zur Situation in Syrien und um Iran bleiben höchst aktuell; daher hier der Link (pdf-Datei):

http://www.ag-friedensforschung.de/bewegung/antikriegstag2012.pdf

/Mit diesem Rundmail möchte ich aber vor allem auf zwei Dinge hinweisen: eine aktuelle Unterschriftenaktion zugunsten des Wikileaks-Gründers Julien AssangeAktion und – etwas weiter in die Zukunft gesehen – auf den nächsten Friedenspolitischen Ratschlag in Kassel. Zum Schluss folgen noch ein paar Artikel-Empfehlungen.// / *(1) Solidarität mit Julien Assange* Auf der Homepage der AG Friedensforschung wird die Aktion bereits beworben:

http://www.ag-friedensforschung.de/

[rechte Spalte] Es geht um Solidarität mit dem Wikileaks-Gründer Julien Assange und um die Forderung nach dessen freier Ausreise ins ecuadorianische Asyl. In der Begründung zu dieser Forderung heißt es u.a.: /”Der australische Staatsbürger Julian Assange hat mit der u. a. von ihm betriebenen Internetplattform Wikileaks schwerwiegende Menschenrechtsverstöße und Verstöße gegen das Völkerrecht der USA bei Kriegsführungen im Irak und Afghanistan aufgedeckt. Anstatt auf die Enthüllungen substantiell einzugehen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen, setzen die USA alles daran, Julian Assanges habhaft zu werden, um ihn wegen angeblicher Spionage bzw. Hochverrats in den USA vor ein Gericht zu stellen. Bei einer Verurteilung nach geltendem US-Recht ist sogar die Todesstrafe für Assange zu befürchten. (…) Julian Assange muss als politisch Verfolgter gelten und in einem Land seiner Wahl Asyl finden können.”/ Ihr könnte euch der Forderung der Friedensbewegung (die Initiative geht vom Friedenskreis Pinneberg aus) anschließen, indem ihr: 1. den Appell mit der Unterschriftenliste herunterladet und kopiert:

http://www.ag-friedensforschung.de/bewegung/wiki-petition.pdf

2. Unterschriften sammelt und 3. die Listen an den Bundesausschuss Friedensratschlag (Germaniastr. 14, 34119 Kassel) zurücksendet.

*Beachtet aber bitte den Abgabetermin: 1. Oktober*

Wir hoffen auf eure Solidarität und Unterstützung! *(2) Friedenspolitischer Ratschlag 1./2- Dezember 2012* Der Termin steht ja schon länger fest. In diesem Jahr wird der Ratschlag wieder “regulär” am ersten Dezemberwochenende in Kassel stattfinden. Und wir sind zuversichtlich, dass der Zulauf wieder gewohnt groß sein wird. Wir hoffen auch, dass sich das Beherbergungsgewerbe nach dem documenta-Hype wieder etwas beruhigt und preislich normalisiert haben wird. Dennoch ist eine frühzeitige Reservierung für das Wochenende ratsam. Es wird ein Friedensratschlag sein, in der sich sowohl die Internationalen Beziehungen als auch die Friedensbewegung in schwerem Gewässer befinden. Das Motto wird dies zum Ausdruck bringen:

*Die Rückkehr des Krieges in die Politik*

*/Vom arabischen Frühling in den globalen Winter?/* */Die Abschottung des reichen Nordens gegen den armen Süden/* */Wirtschaft, Politik, Militär und Medien: die unheilige Allianz/* *Eine Welt ohne Krieg ist möglich ** * Vorgesehen sind wieder bis zu 30 Diskussionsforen und Workshops, 6 Plenarvorträge sowie eine abschließende Podiumsdiskussion. Derzeit arbeiten wir auch noch daran, dass es am Vorabend (also am Freitag, den 30. November) eine kulturelle Auftaktveranstaltung geben kann. Vielleicht können wir euch mit einem besonderen Highlight erfreuen. *Also vormerken (oder auch schon anmelden):* 19. Friedenspolitischer Ratschlag Samstag/Sonntag, 1./2. Dezember 2012 Universität Kassel, Wilhelmshöher Allee 73 /Anmeldungen mit Name, Vorname, Anschrift hier:

/ mailto:Bundesausschuss.Friedensratschlag.gmx.net

*Bis dahin gibt es aber noch eine Reihe weiterer Friedenstermine, etwa: * * die bundesweite Aktionswoche “Für militärfreie Bildung und Forschung” vom 24.-29. September, * die Demo gegen das NATO-Luftwaffen-Führungshauptquartiers in Kalkar am 3. Oktober, * die Afghanistan-Konferenz in Bonn am 13./14. Oktober oder * den Internationalen Aktionstag gegen Uranwaffen am 6. November. /Mit besten Grüßen// //Peter Strutynski/ ,/,”Die Freiheitsliebe”

http://www.ag-friedensforschung.de/bewegung/freiheitsliebe.html

Bundesausschuss Friedensratschlag Germaniastrasse 14 34119 Kassel Tel.: +49 (0)561 93717974 Website:

http://www.ag-friedensforschung.de

 

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